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Geschichte des Steinbruchs [ Geschichte ]

Der grösste Industriebetrieb in Jakubčovice n/O ist der Steinbruch. Der Gründer war Herr Emil Teltschik, geb. 24.4.1850, der mit seinen 26 Jahren im Jahr 1876 mit seinem Gesellschafter, dessen Namen nicht erhalten geblieben ist, die Förderung von Gesteinen im Raum der heute schon zugewachsenen Halde begonnen hat. Die Maschinenausrüstung war sehr einfach, wie sie zu dieser Zeit üblich war. Die Erzeug-nisse wurden mit Pferdefuhrwerken zum Bau von Strassen in der Umgebung abtransportiert und zu späteren Zeiten zu den Bauten der Eisenbahn, die in enger Nähe am Steinbruch vorbeiführt. Es kann vorausgesetzt werden, dass der Steinbruch hauptsächlich zur Sicherung von Steinerzeugnissen für den Bau von Strassen und Eisenbahnen, die im Jahr 1891 in Betrieb genommen wurde, eröffnet wurde. Nach ihrer Fertigstellung im angeführten Jahr wurden die Waggons direkt auf dem Bahngleis zwischen den Durchfahrten der Züge, die 3x täglich durch Jakubčovice fuhren, beladen. Durch die allmähliche Förderung wuchsen die Steinbruchwände an und auch die ungeeignete Lagerung der Flöze waren der Grund dafür, dass die Förderung im Jahre 1911 in diesem Raum beendet wurde und um ca. 500 m höher in Richtung nach Heřmánky verlegt wurde. Im voraus war in diesem Raum schon ein Stein-brechanlage und Sortieranlage gemeinsam mit einem Schleppgleis gebaut worden. Den Antrieb der Maschinen sicherte ein Dieselmotor mit einer Leistung von 320 HP. Ausser dem Steinbruch betrieb der Besitzer Herr Teltschik eine kleine Fabrik zur Herstellung von Knöpfen. Diese zwei Unternehmen sicherten den Unterhalt von einigen Familien aus der Gemeinde und der nahen Umgebung.

Herr Emil Teltschik starb als lediger Mann im Jahre 1921, er wurde in Odry beerdigt. Nach seinem Tod vermachte er sein ganzes Vermögen dem Tschechoslowakischen Staat. Zur Verwaltung seines Vermögens wurde eine Kulturstiftung errichtet und ein Kuratorium mit 4 Mitgliedern benannt, dessen Vorsitzender Herr Miloš Čeleda aus Opava war und als Kontrolleur wurde Herr Lionel Koschut - Regierungsrat aus Opava ernannt. Die Funktionen in diesem Kuratorium waren Ehrenfunktionen, den Mitgliedern wurden nur Diäten und Reisekosten bezahlt. Als Direktor des Steinbruchs wurde Herr Rudolf Jaschek ernannt und als Direktor der Knopffabrik Herr Edmund Kasper. Beide waren Bürger von Jakubčovice.

Die Steinförderung wuchs ständig, es war notwendig, den Abbauraum in den Wald zu erweitern, dessen Besitzer die Oderherrschaft - Graf Potocky war, mit dem die Stiftung im Jahr 1924 einen Vertrag über die Vermietung auf 10 Jahre abschloss. Die Miete wurde nicht aus dem Schwund des Waldbodens bezahlt, sondern aus der geförderten Gesteinsmenge.

Im Jahr 1938 kam es zur Okkupation der Tschechoslowakei durch Deutschland, und weil Jakubčovice ein Bestandteil der Sudeten war, wurde es zum Reich angegliedert. Damit kam es zur Liquidation der Kulturstiftung und beide Unternehmen wurden dem Kommissariat für die Organisation in Liberec unterstellt. Die Bereichsleitung vertrat Fritz Beker aus Opava. Im Jahr 1940 wurden die Barone Viktor Fusch und Kurt Lemke aus Bayern die Besitzer des Steinbruches.

Durch die Kriegsjahre vergrösserte sich der Bedarf an Kies und so wurden im Jahr 1940 leistungsfähigere Brechanlagen installiert, der Antrieb der Maschinen wurde auf einen elektrischen umgewandelt.

Die Beschäftigten mit deutscher Nationalität wurde in die Armee einberufen und so mussten sie durch Kriegsgefangene ersetzt werden. So wie die deutsche Armee die europäischen Staaten besetzte, so war die Nationalitätenzusammensetzung der Kriegsgefangenen. In den ersten Kriegsjahrn waren es Franzosen, die durch Engländer ersetzt wurden, und später durch Gefangene aus der früheren Sowjetunion. Die sich nähernde Front legte die Produktion im Steinbruch still, aber schon im Juni des Jahres 1945 wurde mit der Förderung wieder begonnen. Während der Zeit der Unterbrechung der Förderung bewachten einige langjährige Beschäftigte die Einrichtungen des Steinbruchs, damit es nicht zu deren Diebstahl und Zerstörung kam.

Die Eröffnung der Förderung im Jahr 1945 sicherten 48 Beschäftigte mit tschechischer Nationalität und 50 internierte Beschäftigte mit deutscher Nationalität. Schon in dieser Zeit bemühte sich das Vorkriegskuratorium, den Steinbruch und die Knopffabrik zurück in die Kulturstiftung zu führen, aber vergeblich. Beider Unternehmen nimmt sich der Volksverwalter František Mosler aus Opava an, der im Jahr 1947 heimlich ins Ausland flüchtet, und nach seiner Flucht wurde eine Unterschlagung von 1,5 Mill. Kčs festgestellt. Nach der Flucht des Volksverwalters übernimmt die Prager Firma Konstruktiva den Steinbruch und ein neuer Besitzer die Knopffabrik. Durch die Überführung der Schwerindustrie in Volkseigentum im Jahr 1949 wurde ein neues Unternehmen, Mährische Steinindustrie Přerov, gegründet, das alle Steinbrüche von Mittelmähren in seinen Besitz bekam, und dem Jakubčovicer Steinbruch wurde die Zahl 40 zugeteilt. Durch diese Reorganisation verliert er den Namen seines Begründers.

Aber auch diese Reorganisation war in der Geschichte des Steinbruches nicht die letzte. Nach der Mährischen Steinindustrie war es die Nordmährische Steinindustrie, und dann für einige Jahre die Baumassen und ?teile Ostrava, dann wieder zurück Nordmährische Stein-industrie Jeseník, die sich dann auf die Produktion von veredelten Steinerzeugnissen spezialisierte, und der Steinbruch Jakubčovice wurde in das neu errichtete Unternehmen Mährische Kieswerke und Sandgruben Olomouc delimitiert. Dieses unterteilte sich im Jahr 1969 in zwei Unternehmen mit der Bezeichnung Kieswerke und Sandgruben Olomouc, wohin auch Jakubčovice n/O zugeteilt wurde, und die Kieswerke und Sandgruben Brno, die die Steinbrüche und Sandgruben von Südmähren zusammenfassten.

Kommen wir zurück zur Geschichte des Steinbruchs nach der Überführung in das Volkseigentum.

Durch die stürmische Entwicklung des Wohnungs-baus und der Kommunikationen bestand auch eine sich erhöhende Nachfrage nach zer-kleinertem Gestein. Zu seiner Produktion war auch eine höhere Anzahl von Beschäftigten notwendig. Die Beschäftigten mit deutscher Nationalität waren abgeschoben und die Beschäftigten mit tschechischer Nationalität gingen weg in die Fabriken und Schächte, zu weniger schweren und besser bezahlten Arbeiten. Deshalb wurde durch Beschluss des Ministeriums für Industrie ein Gefängnis direkt in Jakubčovice n/O gebaut, und so wurde mit dem Bau begonnen und dieser wurde im Jahr 1953 in Betrieb genommen. Die Gefängnis-kapazität war 150-200 Häftlinge, die die Produktion von Gestein in drei Steinbrüchen sicherten.

Nach zehn Jahren Betrieb des NPT (Strafarbeitslager) war es notwendig, wegen des ständigen Mangels an Gestein, die Produktion durch technische Mittel zu erhöhen.

Dazu trugen die Přerover Maschinenwerke bei, sie begannen mit der Produktion der Brechtechnik und die Uničover Maschinenwerke mit der Produktion der Aufladetechnik, die Podpoljansker Maschinenwerke Detva mit der Produktion von Radaufladern. Durch die Ausnutzung der Erzeugnisse der angeführten Unternehmen entwickelte sich allmählich aber ständig die Produktionstätigkeit unseres Steinbruches, im Jahr 1955 wurde eine umfangreiche geologische Erkundung des gesamten Förderraume unter dem höchsten Hügel, der "Chrastavec" genannt wird, in Richtung zum Fluss Oder durchgeführt. Durch Auswertung der Erkundungsbohrungen wurde bestätigt, dass das Gestein fast im gesamten Raum geeignet ist zur Produktion von Kies und Splitt für den gesamten Bereich des Bauwesens und des Transports.

Schon im Jahr 1956 wird die Investitionstätigkeit auf dem Bau der ersten Vorbrechanlage auf Kote 415 mit der Schaffung einer Etage und der Tunnelentnahme auf Kote 380 eröffnet.Parallel mit diesem Bau wurden die ursprünglichen Brecher auf Kote 350 ausgewechselt. Durch Beendigung des Baus der Produktionseinrichtungen wurden die Arbeitsbedingungen für die Häftlinge beendet, und es entstand der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Die Lösung war der Bau von Wohnungen, die im Jahre 1960 in einer Anzahl von 27 beendet wurden. Durch die Rekonstruktion und durch den Neuaufbau erhöhte sich die Produktion auf das dreifache der ursprünglichen. Aber auch diese Produktionserhöhung reichte nicht für den Bedarf aus und so kommt es zur Rekonstruktion im Betrieb Steinbruch II (heute existiert er nicht mehr, liquidiert im Jahre 1993), und dadurch war es nicht möglich, das Gefängnis auszunutzen, dessen Betrieb im Jahr 1964 stillgelegt wurde, und bis zur Beendigung der Rekonstruktion des Betriebs II wurden die Häftlinge mit Autobussen aus Opava noch bis zum Jahr 1966 herantransportiert. Der Ersatz für die Beschäftigten, Häftlinge, wurde ständig aktueller, und so wurde der Bau von weiteren 20 Wohnungen und auch eines Kindergartens für 90 Kinder beschlossen und begonnen. Der Beschluss über den Bau eines Kindergartens war eine Möglichkeit, in den rekonstruierten Betrieben Frauen zu beschäftigen.

Aber auch durch diese Investitionstätigkeit wurde die Nachfrage nach Gestein nicht gedeckt, es wurde beschlossen, eine neue Sortieranlage mit Nassaufbereitungsprozess zu bauen. In den ersten 70iger Jahren wurde mit dem Bau begonnen, den wir in heutiger Form kennen. Ausser der Sortieranlage wurden Werkstätten gebaut und zwei Pumpstationen für Wasser, drei Schlammgruben für einen offenen Arbeitswasserumlauf, ein Verwaltungs-gebäude mit Umkleideräumen, Frauen, Männer, eine Unterkunft, Materiallager, Expedition, drei Anschlussgleise, jedes mit einer Länge von 700 m.

Gleichzeitig mit den Anschlussgleisen wurde eine Remise (Garage für Lokomotive) gebaut. Die gesamte Rekonstruktion und der Neubau wurde im Jahr 1975 in Betrieb genommen, mit einer geplanten Kapazität von 1 Million Tonnen jährlich. Auch mit diesem umfang-reichen Aufbau endet die Investitionstätigkeit nicht. In den Produktionskreis werden nach und nach leistungsfähigere Maschinen eingereiht, sowohl die Aufladetechnik als auch Brech- und Sortiermaschinen. Den Transport des Fördergutes zum Brechen führte seit den sechziger Jahren ČSAD durch, genau so wie die Ausfuhr von fertigen Erzeugnissen.

Die Gesamtgesteinproduktion nach dem Zusammenschluss mit dem Betrieb II. erreichte Ende der achtziger Jahre 2 Millionen Tonnen jährlich.

Aber auch eine so umfangreich mechanisierte Produktion beseitigte den Mangel an Arbeits-kräften nicht. Zur Sicherung neuer Anforderungen an Arbeitsstellen wurde im Jahr 1975 ein Haus mit 12 Wochungen gebaut und 20 Beschäftigten wurde ein nichtrückzahlbares Finanzdarlehen für den individualen Bau von Familienhäusern gewährleistet.

Nach der sogenannten "Samtrevolution" 1989 machte sich der Steinbruch in Jakubčovice im Jahr 1991 selbständig und mit der Bezeichnung "Štěrkovny(Kieswerke) s. p. Jakubčovice" dauerte er bis zum Jahre 1994 an, als er durch den Besitzer Herrn Hájek Josef aus Opava dem Staat abgekauft wurde. Auch unter seiner Führung kommt es zu Änderungen in der Produktion. Er sichert sich den technologischen Transport selbst, modernisiert die Produktion mit Hilfe der Computertechnik, durch Einkauf neuer moderner Aufladetechnik reiht er sich in den europäischen Durchschnitt in der Steinindustrie ein.

Nach dem Jahr 1990 kam es zu einem grossen Überschuss an Kies auf dem Markt, und so exportiert er einen grossen Teil an ausländische Kunden nach Deutschland und Polen.

PLAZIERUNG

WEITERE INFORMATIONEN: http://www.jakubcovice.cz
Satzart: Geschichte
DATENAKTUALISIERUNG: Ivana Náplavová org. 56, 01.12.2003 v 16:19 hodin

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